Neuer Fahrerlebnisdemonstrator SEP aufgebaut

Mit dem System-Erlebnis-Platz von Providentia-Partner IPG können virtuelle Verkehrsszenarien erlebnisgetreu durchfahren werden. (Abbildung © IPG, www.ipg-automotive.com)

Das hochautomatisierte Fahren wird die Welt der Mobilität völlig verändern. Das Fahrerlebnis wird sich bald völlig neugestalten. Heute noch größtenteils statische Bedienoberflächen werden sich zukünftig automatisch an Fahrer und Verkehrssituationen anpassen. Auch Sitzkonfigurationen, Klimatisierung, Beleuchtung können sich selbstständig den Wünschen der Passagiere entsprechend einstellen.

Für die bestmögliche technische Umsetzung müssen zahlreiche Ideen vorab erprobt werden. Das Schlüsselwort heißt „User Experience“. Im Forschungsprojekt „Providentia _ Proaktive Videobasierte Nutzung von Telekommunikationstechnologien in innovativen Autobahn-Szenarien“ wird ein „System-Erlebnis-Platz“ (SEP) genutzt, um die Wirkung der Neuentwicklungen zu testen. Während der Entwicklung getroffene Annahmen darüber, was für den Benutzer angenehm sein könnte, können so direkt überprüft und verbessert werden. Das Providentia-System, welches das Situationsverständnis und die Sichtweite von Fahrzeugen und Fahrern durch die Verbindung von Fahrzeug- und Infrastruktursensorik enorm erweitert, soll somit bereits als Prototyp für Interessierte erlebbar werden.

Nach dem Aufbau am fortiss durch Maximilian Engler von IPG Automotive, durfte Markus Bonk, Projektleiter Providentia, SEP als erster erproben. Während der Testfahrt fielen gleich die Fahrgeräusche auf, vom angenehmen Brummen des Motors, bis zum Quietschen der Räder während einer simulierten Vollbremsung. Malte Schellmann, 5G Experte von HUAWEI, steuerte als nächster erfolgreich bei starkem Nebel durch die simulierte Rennstrecke. HUAWEI stellt SEP für die Untersuchungen zur Verfügung.

SEP bietet einiges an Möglichkeiten: Haptisches Feedback in Echtzeit – das Lenkrad gibt über Force Feedback gleich ein Gefühl für das Fahrzeugverhalten. Pedale und Lenkrad mit einstellbarem Widerstand. Schnittstellen für die Anbindung von Geräten für „Augmented Reality“, wie z.B. speziellen Brillen, die einem weitere Bedienelemente oder Informationen einblenden können. Außerdem lässt sich SEP gut an bestehende Fahrzeugsysteme, wie z.B. Steuergeräte für ABS (Anti-Blockier-System) anschließen. Als mit der Plattform erfahrener Entwickler schätzt Maximilian Engler vor allem die Möglichkeit, Ideen für neue Bedienkonzepte direkt mit Kunden vor-Ort zu testen.

In den kommenden Monaten soll die Einbindung des Digitalen Testfelds im SEP vorangetrieben werden. Ein hochgenauer Straßenverlauf sowie realistisch abgebildete Sensoren in Fahrzeugen und Infrastruktur werden die Basis für den Digitalen Zwilling der Autobahn. SEP wird somit im Forschungsprojekt Providentia der direkte Labor-Zugang zum Digitalen Testfeld.